WASSER

13% der 16 Millionen Einwohner Kameruns haben keinen Zugang zu frischem Wasser.
Mit unseren Projekten möchten wir diesen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.
Zu solchen Projekten gehört zum Beispiel, dass wir Brunnen bauen, wo die Menschen nur durch kilometerlange Fußwege an Wasser gelangen.
In Dörfern, die Wasserzugang haben, welches aber nicht sauber und trinkbar ist, möchten wir durch Schulungen die Menschen sensibilisieren und ausbilden.

Die Situation:
1999 hatten 50%, 2002 immer noch 42% aller Afrikaner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Südlich der Sahara sind über die Hälfte der ca. 670 Mio. Afrikaner von diesem Problem betroffen. Viele müssen sich direkt aus Bächen, Flüssen oder Seen mit Trinkwasser versorgen. Frauen legen mehrere Kilometer zurück, um Wasser für die Familie zu beschaffen.
Ein Haushalt mit zehn Personen hat im ländlichen Afrika oft weniger als 300 Euro im Jahr an Bargeld zur Verfügung. Häufig beträgt der Preis für einen Kubikmeter Wasser rund 1,50 Euro. Bei durchschnittlich 20 Liter Verbrauch pro Person und Tag sind dies neun Euro im Monat oder 108 Euro im Jahr; mehr als ein Drittel des verfügbaren Einkommens. Dabei würde ein Brunnen mit sauberem Trinkwasser für die Versorgung von 1000 Bürgern durchschnittlich 4000 Euro kosten. Zur Deckung des Grundbedarfs an Wasser werden täglich pro Person zwischen 20 und 50 Liter sauberes Wasser benötigt.
Ein Kind, das in einem industrialisierten Land aufwächst, verbraucht 30- bis 50-mal mehr Wasser als ein Kind in einem Entwicklungsland.
Die Kosten für sanitäre Anlagen und Trinkwassergewinnung würden sich pro Jahr allein in Afrika auf 30 Milliarden Dollar belaufen. So viel Geld steht nicht einmal für alle weltweiten Projekte zur Verfügung.

Die Folgen:
Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Verschmutztes Wasser und unhygienische Lebensverhältnisse tragen auch entscheidend dazu bei, dass sich gefährliche Krankheitserreger wie der Guinea Wurm, das Polio Virus oder die Malaria-Mücken leicht verbreiten können. Auch wenn die Kinder überleben, sind sie durch Krankheiten häufig so geschwächt, dass sie Schule oder Ausbildung nicht bewältigen können. Weltweit sterben zwischen 1.085.000 und 2.187.00 Menschen an Diarrhö-Krankheiten, die wiederum durch mangelnde Hygiene und unsichere Wasserversorgung hervorgerufen werden. 90% der Betroffenen sind Kinder unter 5 Jahren.

Die Lösung ...
... ist ein nachhaltiger Zugang zu sauberem bzw. hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Dies setzt voraus, dass mindestens verbesserte (zementierte und verschließbare), sowie ständig gewartete Brunnen zur Verfügung stehen. Sicherer allerdings sind völlig geschlossene Systeme, wie zum Beispiel Handpumpenbrunnen.
Unsere Organisation will durch Spenden den Lebensstandard der Bevölkerung, sowohl auf dem Land, als auch in der Stadt verbessern. Das soll zunächst einmal durch den Bau von Brunnen, dann durch Schulung und Hygiene-Training geschehen. So sollen die Betroffenen lernen, sich selbst um die Instandhaltung der Brunnen zu kümmern. Denn auch befestigte Brunnen, mit Handpumpen ausgestattete Bohrlöcher oder kleine zentrale Versorgungssysteme auf der Grundlage von Pumpbrunnen, Hochbehältern und Zapfstellen müssen langfristig gewartet werden.
Zwischen 1990 und 2007 hat sich die Zahl der Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, in den meisten Ländern Afrikas nicht reduziert. Stattdessen wurde eine Steigerung bei der Anzahl extrem armer Menschen registriert.
Angesichts dieser Tatsachen ist es wenig realistisch, gerade in ländlichen Gebieten von der Bevölkerung selbst erhebliche Eigenleistungen für die Trinkwasserversorgung zu erwarten. Deshalb will WEG e.V. ein Sensibilisierungs-Programm starten, um die betroffene Bevölkerung durch Aufklärungsprogramme zur Selbstverantwortung (soweit möglich) zu ermutigen.
Gleichzeitig rechnen wir mit dem guten Willen der Menschen in den Industrieländern und appellieren an Sie, sich durch unsere Organisation aktiv zu beteiligen, um den Menschen in Afrika und speziell in Kamerun zu helfen.

Das Ergebnis:
- Hygienisch einwandfreies Trinkwasser
- Verbesserung der Lebensbedingungen
- Gesundes Aufwachsen der Kinder und dadurch bessere Schulleistungen
- Kürzere Wege zur Wasserquelle
- Neuer Schwung in der Wirtschaft

Das Beispiel „Kamerun“:
Kamerun wird oft als „Afrika im Kleinformat“ bezeichnet. Des Weiteren gehört Kamerun zu den ärmsten Länder der Welt!
Kamerun hat nur 16 Millionen Einwohner, aber mit 475442 Quadratmetern eine größere Fläche als Deutschland. Nur 13% der Bevölkerung bekommen sauberes Trinkwasser von der SNEC (Societe Nationale des Eaux du Cameroun). Diese Privilegierten wohnen hauptsächlich in der Hauptstadt Yaounde oder in anderen großen Städten des Landes wie z.B. Douala, Bafoussam und Nkongsamba.
Der Rest der Bevölkerung muss sich, wie in allen anderen Ländern südlich der Sahara mit Wasser aus Flüssen, Seen, oder nicht kontrollierten Quellen versorgen. Selbst hier sind die meisten Menschen (hauptsächlich Frauen) 15-60 Minuten zu Fuß unterwegs, um an die Wasserquellen zu gelangen.
Das Geldeinkommen ist, wie in vielen afrikanischen Ländern, extrem niedrig. Es beträgt in einzelnen Provinzen Kameruns pro Kopf und Jahr nicht einmal 30 Euro. Auch dort, wo Wasser als Ressource hinreichend vorhanden ist, können sich die Menschen mangels Geld weder eine Investition in geeignete Systeme zur Trinkwasserversorgung, noch deren langfristigen Betrieb und Unterhaltung leisten.
Deshalb hat sich WEG e.V zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Dorf- und Stadtbevölkerung, Brunnen, Wasserpumpen und ähnliche Einrichtungen in den 10 Bundesländern Kameruns zu bauen.